Der Tarifkonflikt zwischen der Gewerkschaft Verdi und der Deutschen Post hält an und führte im Januar und Februar 2025 zu wiederholten Warnstreiks. Wie die Zeit basierend auf einer Meldung der DPA berichtete, legten Ende Februar rund 4500 Beschäftigte in Zustellstützpunkten bundesweit ihre Arbeit nieder, wodurch etwa fünf Prozent der Briefe und Pakete liegen blieben. Die Deutsche Post rechnete mit einer zügigen Abarbeitung der Rückstände in den Folgetagen. Diese Aktionen folgten auf weitere Warnstreiks, bei denen, laut Zeit, unter anderem jedes vierte Paket nicht zugestellt werden konnte.
Verdi fordert eine Gehaltserhöhung von sieben Prozent für zwölf Monate für rund 170.000 Mitarbeiter, wie die Zeit berichtete. Zusätzlich stehen drei zusätzliche Urlaubstage, für Verdi-Mitglieder sogar vier, zur Debatte, um der gestiegenen Arbeitsbelastung entgegenzuwirken. Die Deutsche Post bietet, laut Zeit, hingegen eine Erhöhung um 1,8 Prozent, gefolgt von weiteren 2,0 Prozent über 27 Monate und nur einen zusätzlichen Urlaubstag für Mitarbeiter mit weniger als 30 Urlaubstagen pro Jahr.
Die Deutsche Welle berichtete im Januar 2025 von einem eintägigen Streikaufruf bei DHL, einem Tochterunternehmen der Deutschen Post. Verdi-Vizevorsitzende Andrea Kocsis betonte die Notwendigkeit von Lohnerhöhungen angesichts der hohen Lebenshaltungskosten. Die Deutsche Post argumentierte mit hohen Branchenkosten und plädierte für "wirtschaftlich tragfähige" Gehaltserhöhungen. Wie auf oeffentlichen-dienst.de zu lesen ist, begannen die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen am 24. Januar 2025 in Potsdam, wobei Verdi acht Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 350 Euro monatlich mehr, forderte. Diese Forderung nach mehr Gehalt im öffentlichen Dienst unterstreicht den Druck, der auf die Arbeitgeber lastet.
Auch bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) kam es im Januar und Februar 2025 zu Warnstreiks, wie Verdi auf ihrer Webseite mitteilte. Nach einem ersten Warnstreik Ende Januar und einem verbesserten Angebot der BVG Anfang Februar rief Verdi erneut zu einem ganztägigen Warnstreik am 10. Februar auf. Die Beschäftigten kritisierten die Darstellung der BVG über die angeblich großzügige Lohnsteigerung von über 15 Prozent. Tatsächlich habe die BVG, laut Verdi, für 2025 gestaffelte Erhöhungen von 2,5, 4,5 und 7 Prozent, abhängig von der Entgeltgruppe, angeboten. In den Folgejahren sollten die Gehälter jeweils um 2,5 Prozent steigen. Verdi argumentierte, dass dies angesichts der Inflation der letzten Jahre einen deutlichen Reallohnverlust bedeuten würde.
Die Verhandlungen zwischen Verdi und der Deutschen Post werden fortgesetzt. Der Ausgang des Tarifkonflikts bleibt abzuwarten.
Quellen:
https://www.zeit.de/news/2025-02/27/verdi-weitet-warnstreiks-bei-der-deutschen-post-aus https://www.dw.com/en/germany-verdi-union-calls-dhl-strike/a-71431352 https://www.oeffentlichen-dienst.de/tarifrunden/2025.html https://www.verdi.de/themen/nachrichten/++co++f3b4a67e-d426-11ef-93a7-e78918fd4184