27.2.2025
Flüsse als Wärmequelle: Ein wichtiger Baustein der Wärmewende?
Flusswärmepumpen: Ein Baustein der deutschen Wärmewende

Flusswärmepumpen: Ein Baustein der deutschen Wärmewende

Die Nutzung von Flusswärmepumpen zur Wärmegewinnung rückt zunehmend in den Fokus der deutschen Wärmewende. Wie die Zeit unter Berufung auf die dpa berichtet, planen Städte wie Köln, Jena und Bamberg den Einsatz solcher Anlagen in teils großem Umfang. In Mannheim, Berlin, Rosenheim und Lemgo sind bereits Flusswärmepumpen in Betrieb.

Potenzial und aktuelle Nutzung

Das theoretische Wärmepotenzial in deutschen Flüssen ist beachtlich. Eine Studie, die von der Energie- und Wasserwirtschaft in Auftrag gegeben und von der Zeit zitiert wurde, bescheinigt beispielsweise den bayerischen Flüssen ein jährliches Potenzial von bis zu 340 Terawattstunden. Dies übersteigt den Bedarf für Raumwärme und Warmwasser im Freistaat. Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), zitiert in der Zeit, lässt sich diese Erkenntnis auf ganz Deutschland übertragen, obwohl noch keine bundesweite Analyse vorliegt. Entscheidend seien die Wassermenge des jeweiligen Flusses und der Grad der möglichen Abkühlung. Einheitliche Standards hierfür fehlen bislang. Die Wirtschaftlichkeit der Anlagen begrenzt laut Experten die Nutzung der vorhandenen Wärme.

Obwohl bereits einige Flusswärmepumpen in Betrieb sind, beheizen diese aktuell noch vergleichsweise wenige Haushalte. Wie die Zeit berichtet, versorgt die Mannheimer MVV etwa 3.500 Haushalte mit Fernwärme aus dem Rhein. Projektleiter Felix Hack, zitiert im Zeit-Artikel, gibt an, dass die Flusswärmepumpe drei bis fünf Prozent des Mannheimer Fernwärmebedarfs decke. Dieser Anteil soll durch weitere Wärmepumpen künftig steigen. In Köln plant die Rheinenergie, wie auf ihrer Website berichtet, die größte Flusswärmepumpe Europas zu bauen, die ab 2027 bis zu 50.000 Haushalte mit Wärme versorgen soll. Auch Jena will, laut Zeit, die Saale zur Wärmegewinnung nutzen und damit die Hälfte des Fernwärmebedarfs decken. Christian Dornack, Strategiechef der Stadtwerke Jena, betont in der Zeit die Notwendigkeit eines Energiemixes und sieht Flussthermie als wichtigen, aber nicht alleinigen Baustein der Wärmewende.

Kosten und Technik

Die Anschaffung von Flusswärmepumpen ist teuer und wird meist durch Fördergelder unterstützt. Der BDEW, zitiert in der Zeit, kennt aktuell keine Anlage, die ohne Förderung realisiert wurde. Auch in Jena hält man Förderung für unerlässlich, so Dornack in der Zeit. In Köln, so die Rheinenergie auf ihrer Website, belaufen sich die Gesamtinvestitionen auf rund 280 Millionen Euro, wovon 100 Millionen Euro Fördergelder sind. Die Tagesschau berichtet, dass die Wirtschaftlichkeit solcher Anlagen durch den steigenden CO2-Preis verbessert wird.

Großwärmepumpen an Flüssen funktionieren ähnlich wie kleinere Wärmepumpen in Gebäuden, entziehen die Wärme aber dem Flusswasser. Wie die MVV auf ihrer Website erklärt, wird dem Flusswasser ein Teil seiner Wärme entzogen und auf ein zum Heizen nutzbares Temperaturniveau gebracht. Der benötigte Strom soll aus erneuerbaren Quellen stammen. Das entnommene Wasser wird laut Versorgern weder verbraucht noch chemisch behandelt oder verändert, sondern lediglich leicht abgekühlt dem Fluss zurückgeführt. Laut Zeit werden in Mannheim durchschnittlich 800 Liter Rheinwasser pro Sekunde genutzt und um zwei bis drei Grad abgekühlt.

Ökologische Auswirkungen

Die Rückführung des abgekühlten Rheinwassers in Mannheim hat laut Felix Hack, zitiert in der Zeit, aufgrund der großen Wassermenge des Rheins kaum Einfluss. Eine Abkühlung sei sogar eher ökologisch vorteilhaft, da die Flüsse tendenziell immer wärmer werden. Dennoch, so Christian Dornack in der Zeit, müsse die kumulierte Abkühlung durch mehrere Anlagen an einem Flusslauf berücksichtigt werden. Trotzdem empfiehlt er jeder Kommune in Flussnähe, das Potenzial von Flusswärmepumpen zu prüfen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Flusswärmepumpen ein vielversprechender Baustein der deutschen Wärmewende sind, der jedoch noch einige Herausforderungen in Bezug auf Wirtschaftlichkeit, Förderung und ökologische Auswirkungen bewältigen muss. Die derzeitigen Entwicklungen zeigen jedoch, dass das Potenzial dieser Technologie zunehmend erkannt und genutzt wird.

Quellen:

  • https://www.zeit.de/news/2025-02/27/sind-unsere-fluesse-der-schluessel-fuer-die-waermewende
  • https://www.mvv.de/ueber-uns/unternehmensgruppe/mvv-umwelt/aktuelle-projekte/mvv-flusswaermepumpe
  • https://www.tagesschau.de/wirtschaft/energie/flusswaermepumpe-mannheim-rhein-100.html
  • https://www.rheinenergie.com/de/unternehmen/newsroom/nachrichten/news_72986.html
Hinweis: Dieser Artikel wurde mithilfe von ki erstellt.
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