Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hat wiederholt mit Zöllen auf Importe aus der Europäischen Union gedroht und diese teilweise auch umgesetzt. Wie die F.A.Z. berichtete, drohte Trump im Februar 2025 mit 25 Prozent Zoll auf EU-Einfuhren, insbesondere auf Autos und andere Produkte. Er begründete dies mit dem Handelsbilanzdefizit der USA und der Behauptung, die EU sei gegründet worden, um die USA zu benachteiligen. Bereits zuvor hatte er angekündigt, „reziproke Zölle“ einführen zu wollen, um Zölle und andere Handelshemmnisse anderer Länder zu vergelten. Dabei interpretierte er die in der EU übliche Mehrwertsteuer als Zoll.
Wie die Telegraph berichtete, reagierte die EU auf Trumps Drohungen mit der Ankündigung von Gegenmaßnahmen. Führende Politiker, darunter Bundeskanzler Olaf Scholz, betonten die Stärke der EU als Wirtschaftsraum und die Möglichkeit, auf Zölle mit Zöllen zu reagieren. Auch Frankreich und die Niederlande signalisierten Widerstand gegen Trumps Handelspolitik. Der Telegraph berichtete zudem, dass EU-Beamte bereits im Sommer 2024 Notfallpläne für einen Handelskrieg mit den USA entwickelt hätten, die unter anderem den verstärkten Import amerikanischer Güter wie Flüssigerdgas vorsahen. Sollte dies scheitern, könnten laut Financial Times Zölle von 50 Prozent oder mehr auf verschiedene US-Importe erhoben werden.
Politico berichtete bereits 2019 von Trumps Drohungen gegenüber der EU. Er forderte die EU auf, mit den USA zu kooperieren, andernfalls würden "wir euch mit Zöllen eindecken". Der Streitpunkt waren unter anderem die unterschiedlichen Zollsätze für Autos: Die EU erhebt 10 Prozent Zoll auf Autos aus den USA, während die USA nur 2,5 Prozent auf EU-Autos erheben. Die EU wollte im Rahmen eines geplanten Handelsabkommens über eine Senkung der Autozölle verhandeln, doch die USA lehnten Gespräche darüber ab. Washington drängte die EU stattdessen, die Landwirtschaft in die Gespräche einzubeziehen, was Brüssel ablehnte.
Evertiq berichtete im Februar 2025 über die Ausweitung des Handelskonflikts unter Trump. Neben den Zöllen auf EU-Importe führte Trump auch Zölle auf Importe aus Kanada, Mexiko und China ein. Kanadische und mexikanische Importe wurden mit einem Zoll von 25 Prozent belegt, chinesische mit 10 Prozent. Ausgenommen waren Energiequellen aus Kanada, die mit einem reduzierten Zoll von 10 Prozent belegt wurden. Die US-Regierung verteidigte diese Maßnahmen mit dem Argument, der Zugang zum amerikanischen Markt sei ein Privileg und die USA seien eine der offensten Volkswirtschaften der Welt. Eine Analyse der Boston Consulting Group schätzte die zusätzlichen Kosten für US-Importe durch die Zölle auf 640 Milliarden US-Dollar, wobei die Automobilindustrie, die Unterhaltungselektronik und der Maschinenbau am stärksten betroffen wären.
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