Der Hamburger Hauptbahnhof ist seit Oktober 2023 eine Waffenverbotszone. Wie die Stadt Hamburg in einer Pressemitteilung vom September 2023 bekannt gab, umfasst das Verbot neben Schusswaffen auch Messer mit einer Klingenlänge über vier Zentimeter. Das Gebiet erstreckt sich über den Hauptbahnhof selbst, inklusive aller öffentlichen Bahnanlagen und unterirdischen Verbindungen wie dem Mönckebergtunnel. Ebenfalls eingeschlossen sind der Heidi-Kabel-Platz, der Hachmannplatz, der ZOB und der August-Bebel-Park. Wie vom NDR berichtet, wurde das Waffenverbot im November 2024 auf die Bahnhöfe Altona, Harburg, Bergedorf und Dammtor sowie alle S-Bahn-Linien und -Stationen ausgeweitet und bis Ende Februar 2025 verlängert.
Die Einführung der Waffenverbotszone am Hauptbahnhof ist Teil einer umfassenderen Strategie zur Verbesserung der Sicherheit. Wie die Stadt Hamburg weiter mitteilte, sollen durch die Verbotszone kontinuierliche Kontrollen und gemeinsame Schwerpunkteinsätze von Polizei Hamburg und Bundespolizei ermöglicht werden. Bei Verstößen drohen Bußgelder ab 200 Euro. Ausnahmen gelten unter anderem für Sicherheitskräfte, Handwerker und Mitarbeiter im gewerblichen Geld- und Werttransport. Gastronomiebetriebe, Pfadfindergruppen und Anwohner, die Messer in verschlossenen Behältnissen transportieren, sind ebenfalls ausgenommen. Wie die Polizei Hamburg auf ihrer Webseite erläutert, sind auch Messer für Handwerker und Gewerbetreibende erlaubt, sofern diese für die Ausführung eines konkreten Auftrags im Waffenverbotsgebiet benötigt werden.
Wie die Zeit unter Berufung auf eine Meldung der DPA berichtete, wurden bei einer Kontrolle im Februar 2025 am Hamburger Hauptbahnhof 14 Messer sichergestellt. Bei der Kontrolle, an der 60 Einsatzkräfte beteiligt waren, wurden fast 600 Personen durchsucht. Neben den Messern wurden auch Verstöße gegen das Betäubungsmittel- und Aufenthaltsgesetz festgestellt. Es kam außerdem zu einer Beleidigung und Widerstand gegen Polizeibeamte. In elf Fällen wurden Strafverfahren eingeleitet.
Ein Jahr nach Einführung des Waffenverbots am Hauptbahnhof zog die Stadt Hamburg eine positive Bilanz. Wie aus einer Pressemeldung der Stadt Hamburg vom Oktober 2024 hervorgeht, habe sich die Maßnahme nach Einschätzung aller Sicherheitspartner bewährt. Die gezielten Kontrollen hätten präventiv Straftaten verhindert. Die Zahl der relevanten Straftaten rund um den Hauptbahnhof lag im ersten Halbjahr 2024 unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. Die Stadt Hamburg betonte die Bedeutung der „Allianz sicherer Hauptbahnhof“, einem Kooperationsmodell, das präventive, polizeiliche und soziale Elemente vereint.
Quellen:
https://www.zeit.de/news/2025-02/26/bei-kontrollen-mehr-als-ein-dutzend-messer-gefunden
https://www.polizei.hamburg/waffenverbotsgebiet-hamburger-hauptbahnhof-791018
https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Waffenverbot-an-Hamburger-Bahnhoefen-und-in-S-Bahnen-verlaengert,waffenverbot152.html
https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/behoerden/behoerde-fuer-inneres-und-sport/presseservice/pressemeldungen/ein-jahr-waffenverbot-am-hamburger-hauptbahnhof-976036