Die Familienpolitik nimmt im Wahlkampf zur Bundestagswahl 2025 einen zentralen Platz ein. Unterschiedliche Modelle der Familienförderung, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die finanzielle Entlastung von Familien stehen im Mittelpunkt der Wahlprogramme. Wie die F.A.Z. berichtet, kristallisieren sich dabei deutliche Unterschiede zwischen den Parteien heraus, insbesondere zwischen Union und FDP (FAZ). Auch die Tagesschau betont die unterschiedlichen Ansätze der Parteien bei der finanziellen Unterstützung von Familien (Tagesschau).
Die SPD plant eine Erhöhung der Elterngeldmonate von 14 auf 18 und individuelle, nicht übertragbare Anteile für beide Elternteile, um die partnerschaftliche Aufteilung der Elternzeit zu fördern (Tagesschau, FAZ). Auch die Grünen setzen auf eine Erhöhung des Elterngeldes und eine gleichmäßigere Verteilung der Elternzeit (Tagesschau). Die FDP hingegen möchte das volle Elterngeld auszahlen, wenn beide Elternteile mindestens vier Monate Elternzeit nehmen (Tagesschau). Die Union plant Verbesserungen bei Elterngeld und Elternzeit, bleibt aber in den Details vage (Campact).
Der Ausbau der Kinderbetreuung und die Verbesserung der Betreuungssituation sind zentrale Themen im Wahlkampf. Die SPD setzt auf eine „Fachkräfteoffensive“ und kostenfreie Kitas und Mittagessen (Bildungsserver). Die Union will die Qualität der Betreuung verbessern und die steuerliche Absetzbarkeit von Betreuungskosten optimieren (Campact). Grüne und FDP betonen ebenfalls die Wichtigkeit einer guten und verlässlichen Kinderbetreuung und setzen auf bundesweite Qualitätsstandards (Campact). Die AfD hingegen plant ein „Betreuungsgehalt“ für Eltern, die ihre Kinder selbst betreuen, um die Nachfrage nach Kita-Plätzen zu senken (FAZ).
Das Ehegattensplitting ist ein kontrovers diskutiertes Thema. Die Union will es beibehalten (FAZ), während die Grünen eine Reform für neue Ehen anstreben (Campact). Die SPD diskutiert intern über das Thema, wie der Spiegel berichtet (Campact). Die Linke fordert die Abschaffung des Ehegattensplittings und eine Individualbesteuerung (Campact). Die FDP äußert sich im Wahlprogramm nicht explizit zum Ehegattensplitting (Campact).
Die SPD, Grüne und Linke halten an der Kindergrundsicherung fest, um Familien mit niedrigem Einkommen zu unterstützen und die verschiedenen Leistungen zu bündeln (Tagesschau, ZDF). Union und FDP lehnen die Kindergrundsicherung ab und setzen stattdessen auf ein digitales Portal für Familienleistungen (FAZ).
Wie die Zeit eine Meldung aus der DPA wiedergab, sind weitere familienpolitische Themen die „Familienstartzeit“, also bezahlter Sonderurlaub für Väter nach der Geburt, die von SPD und Grünen befürwortet wird (ZDF). Auch der gestaffelte Mutterschutz nach Fehlgeburten, die Reform des Abstammungsrechts zur Gleichstellung von Regenbogenfamilien und die Förderung von Kinderwunschbehandlungen sind Punkte, die von verschiedenen Parteien aufgegriffen werden (ZDF, FAZ). Die AfD verknüpft Familienpolitik mit dem Thema Einwanderung und fordert eine höhere Geburtenrate, um dem demografischen Wandel entgegenzuwirken (FAZ).
Verwendete Quellen: