Die Allianz verzeichnete 2024 Rekordgewinne, gleichzeitig aber auch deutliche Preiserhöhungen, wie die Süddeutsche Zeitung (SZ) berichtet. Der Umsatz stieg um elf Prozent auf 180 Milliarden Euro, der operative Gewinn um neun Prozent auf 16 Milliarden Euro und der Gewinn nach Steuern um zehn Prozent auf zehn Milliarden Euro. Konzernchef Oliver Bäte kündigte eine Dividende von 15,40 Euro pro Aktie an, zwölf Prozent mehr als im Vorjahr. Zusätzlich sollen zwei Milliarden Euro für den Rückkauf eigener Aktien ausgegeben werden. Die deutschen Allianz-Töchter im Bereich Schaden- und Unfallversicherung erhöhten 2024 die Preise um 7,6 Prozent, nach bereits 6,6 Prozent im Vorjahr.
Die Preiserhöhungen begründet die Allianz mit der Inflation, insbesondere bei Kfz-Reparaturen, sowie Schäden durch Stürme und Hochwasser bei Gebäuden, wie die SZ weiter ausführt. Bäte äußerte sich besorgt über die zunehmende Belastung der Kunden und sucht nach Lösungen für bezahlbare Versicherungen. Werkstatttarife, bei denen die Allianz die Reparaturwerkstatt vorgibt, sollen pro Schadenfall etwa 1000 Euro einsparen. Auch die Verwendung gebrauchter Ersatzteile soll zu Kosteneinsparungen und Klimafreundlichkeit beitragen.
Im Bereich der Krankenversicherung sieht Bäte ebenfalls Einsparpotenziale. Wie die SZ berichtet, möchte die Allianz Kunden bei der Arztsuche und Terminvereinbarung unterstützen und die Notwendigkeit von Behandlungen mithilfe der Telemedizin prüfen. Bäte betonte, dass teurere Behandlungen nicht zwangsläufig die besten seien.
Ein drastisches Beispiel für die Preiserhöhungen im Kfz-Bereich liefert das Assekuranz-Info-Portal: Ein schadenfreier Kunde mit Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung musste eine Beitragserhöhung von über 40 Prozent hinnehmen, nachdem er von halbjährlicher auf vierteljährliche Zahlungsweise umgestellt hatte. Der Jahresbeitrag stieg von effektiv 683,75 Euro auf 961,87 Euro.
Während die Allianz die Preise in einigen Bereichen anhob, blieb die Überschussbeteiligung für klassische Lebens- und Rentenversicherungen im Jahr 2025 unverändert bei 2,7 Prozent, wie procontra online berichtet. Für das Vorsorgekonzept Perspektive blieb die laufende Verzinsung bei 2,8 Prozent. Die Gesamtverzinsung beträgt somit 3,5 Prozent (Klassik) bzw. 3,8 Prozent (Perspektive).
PKV-Welt listet detailliert die Beitragserhöhungen für verschiedene Allianz PKV-Tarife zum 1. Januar 2025 auf. Während die Beiträge für Angestellte, Selbstständige und Freiberufler stabil blieben, wurden die Tarife für Ärzte erhöht. PKV-Welt bietet auch einen Vergleich der Finanzstabilität der Allianz mit anderen Versicherern und der gesetzlichen Krankenversicherung an.
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