Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU spielt eine entscheidende Rolle für die Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Wie die Zeit unter Berufung auf eine Meldung der dpa berichtete, forderte der Präsident des Bauernverbandes MV, Karsten Trunk, im Februar 2025 „klare Leitplanken“ und weniger Bürokratie für die Landwirtschaft. Trunk äußerte diese Forderung vor rund 300 Teilnehmern beim Landwirtschaftstag der Volksbanken Raiffeisenbanken in Linstow. Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) betonte ebenfalls die Notwendigkeit einer effizienteren, nachhaltigeren und praxistauglicheren GAP. Er sprach sich für die Unterstützung technologischer Innovationen wie Künstlicher Intelligenz und angemessene Basiszahlungen für alle Betriebe aus. Eine Umverteilung zugunsten kleinerer Betriebe lehnt Mecklenburg-Vorpommern ab, so Backhaus.
Wie der NABU Mecklenburg-Vorpommern auf seiner Webseite darstellt, haben die EU-Fördermittel einen erheblichen Einfluss auf die landwirtschaftlichen Praktiken und somit auch auf den Naturschutz. Die Bedingungen, an die die Auszahlung der Gelder geknüpft ist, bestimmen, ob die Bewirtschaftung der Flächen im Einklang mit dem Naturschutz steht oder diesem schadet.
Die Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern bewirtschaftet rund 1,34 Millionen Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche, verteilt auf etwa 4.700 Betriebe mit mehr als 25.000 Beschäftigten. Laut Zeit (dpa) standen 2023 knapp 60 Prozent der gesamten Landesfläche für landwirtschaftliche Zwecke zur Verfügung. Die EU-Agrarförderung macht etwa 30 Prozent des EU-Haushaltes aus. Im Zeitraum von 2021 bis 2027 belief sich dieser Anteil auf rund 387 Milliarden Euro. Wie die Zeit (dpa) berichtet, profitieren derzeit wenige große Unternehmen überproportional von diesen Geldern.
Im Bereich der Innovation werden in Mecklenburg-Vorpommern verschiedene Projekte im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP) gefördert. Ein Beispiel ist das Projekt zur "Optimierung und Erweiterung des Produktions- und Verwertungspotenzials einheimischer Wildfrüchte", welches vom Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern unterstützt wird. Wie auf der Webseite des DVS-GAP-Netzwerks zu lesen ist, zielt das Projekt darauf ab, die Auswirkungen neuer Erkenntnisse im Sanddorananbau auf den Ertrag zu erfassen und neue Wildfrüchte unter den Bedingungen Mecklenburg-Vorpommerns zu testen. Ein weiteres Projekt, "ratiogeo mittels supraleitender SQUID-Technologie", konzentriert sich laut DVS-GAP-Netzwerk auf die Reduzierung von Stickstoffemissionen aus entwässerten Gebieten. Mittels SQUID-Technologie soll der Zustand von Drainagesystemen ermittelt und so eine Reduzierung des Stickstoffausstoßes erreicht werden.
https://www.zeit.de/news/2025-02/26/backhaus-eu-agrarpolitik-muss-effizienter-werden
https://www.landwirtschaft-mv.de/Fachinformationen/Agraroekonomie/Agrarpolitik/
https://mecklenburg-vorpommern.nabu.de/natur-und-landschaft/Landwirtschaft/AgrarpolitikderEU/index.html
https://www.dvs-gap-netzwerk.de/en/agriculture/european-innovation-partnerships-eip/eip-project-database/?tx_eipagri_eipagri%5Baction%5D=projektDetail&tx_eipagri_eipagri%5Bcontroller%5D=EIPAgri&tx_eipagri_eipagri%5Blanguage%5D=de&tx_eipagri_eipagri%5BprojektId%5D=386&cHash=1925ea451cf6da9f1f47409fe5d51393