Die Tarifverhandlungen im Hamburger Hafen im Jahr 2025 waren von einem monatelangen Arbeitskampf geprägt, der sich in mehreren Streiks und zehn Verhandlungsrunden manifestierte. Wie die Logistik berichtet, war dies der heftigste Arbeitskampf seit über vier Jahrzehnten. Ein Abschluss wurde schließlich erzielt, der jedoch von vielen als Kompromiss betrachtet wird.
Ein Warnstreik Ende Februar 2025 legte den Hafen für rund 36 Stunden lahm. Wie die Zeit, unter Berufung auf eine Meldung der DPA, berichtete, konnten große Schiffe, die einen Lotsen benötigen, den Hafen weder verlassen noch anlaufen. Der Lotsenversetzdienst beteiligte sich ebenfalls am Streik, wodurch die Lotsen nicht an Bord der Schiffe gelangen konnten. Schiffe ab einer Länge von 90 Metern und einer Breite von 13 Metern sind im Hamburger Hafen lotsenpflichtig. Der Schiffsverkehr normalisierte sich erst am Freitagmorgen wieder, wie die Zeit berichtete. Die Fährlinien der Hadag nahmen ihren Dienst gegen 5 Uhr wieder auf.
Die Gewerkschaft ver.di forderte in den Tarifverhandlungen eine Lohnerhöhung von acht Prozent, mindestens aber 350 Euro pro Monat, sowie drei zusätzliche freie Tage. Wie die Zeit berichtete, hatten die Arbeitgeber zum Zeitpunkt des Warnstreiks noch kein Angebot vorgelegt. Die dritte Verhandlungsrunde war für Mitte März in Potsdam geplant. Neben den Hafenbeschäftigten beteiligten sich auch Mitarbeiter städtischer Behörden, Theater, der Stadtreinigung und des Flughafens am Warnstreik.
Ein neuer Tarifvertrag wurde schließlich am 11. Februar 2025 zwischen der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) und ver.di unterzeichnet, wie Schiff und Technik berichtet. Dieser Sozial- und Veränderungstarifvertrag soll die Grundlage für Effizienz- und Modernisierungsmaßnahmen der HHLA bilden. Ziel ist es, die Strukturen und Prozesse an den Bedürfnissen der Kunden auszurichten und die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Geplant ist unter anderem ein übergreifender Einsatz von Mitarbeitern an den HHLA-Containerterminals sowie Investitionen in die Qualifizierung der Beschäftigten.
Wie ver.di auf ihrer Webseite berichtet, wurde im September 2024 ein Tarifvertrag für die 11.500 Beschäftigten der Seehäfen abgeschlossen. Dieser beinhaltet eine Inflationsausgleichsprämie, Lohnerhöhungen, höhere Schicht- und Feiertagszuschläge sowie ein erhöhtes Urlaubsgeld. Ver.di betont die Bedeutung der Streiks und Aktionen der Beschäftigten für den erzielten Tarifabschluss.
Es ist zu beachten, dass die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst des Bundes und der Kommunen, die im Februar 2025 zu Warnstreiks führten, separat von den Verhandlungen zwischen der HHLA und ver.di verliefen. Wie die Webseite der Stadt Hamburg berichtet, erhielten die Beschäftigten im öffentlichen Dienst ab Februar 2025 5,5 Prozent mehr Lohn, zusätzlich zu einem Inflationsausgleich und einer Einmalzahlung.
Verwendete Quellen:
https://www.zeit.de/news/2025-02/28/warnstreik-im-hafen-beendet-schiffe-wieder-unterwegs
https://www.verdi.de/themen/nachrichten/++co++88070794-2249-11ef-a49a-a310c1e65e35
https://www.schifffahrtundtechnik.de/nachrichten/personalien/hhla-und-verdi-einigen-sich-auf-tarifvertrag-3620605
https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/behoerden/finanzbehoerde/aktuelles/beschaeftigte-im-oeffentlichen-dienst-erhalten-ab-1-februar-2025-5-5-prozent-mehr-lohn-1015430