In Brandenburg sorgt die Frage nach dem Umgang mit möglichen Corona-Impfschäden für Diskussionen. Während die Regierungskoalition aus SPD und BSW auf den Ausbau eines bestehenden Hilfenetzwerks setzt, fordern Oppositionsfraktionen die Einrichtung einer Spezialambulanz. Wie die Zeit unter Berufung auf eine Meldung der DPA berichtete, stimmten SPD und BSW im Februar 2025 für die Fortsetzung des bereits begonnenen Aufbaus eines Netzwerks zur Diagnostik und Behandlung von Betroffenen. Zusätzlich sollen Forschungsprojekte zu diesem Thema unterstützt werden. Gesundheitsministerin Britta Müller (parteilos) betonte laut Zeit die Notwendigkeit, weiter zu forschen, bestehende Versorgungsstrukturen zu verbessern und neue Erkenntnisse schnell in die Praxis zu überführen. Sie wolle die Unsicherheit der Betroffenen, die unter Erschöpfung, Atemproblemen und neurologischen Beschwerden leiden, verringern.
Die CDU-Fraktion scheiterte mit ihrem Antrag auf Einrichtung einer Spezialambulanz für Menschen mit dem sogenannten Post-Vac-Syndrom. Auch die Forderung der AfD nach einer solchen Ambulanz und einem Runden Tisch fand keine Mehrheit. Wie n-tv berichtet, hält die CDU-Abgeordnete Saskia Ludwig eine spezielle Anlaufstelle dennoch für notwendig und kritisiert die ihrer Ansicht nach mangelnde Unterstützung der Betroffenen. Ähnlich argumentiert die AfD-Gesundheitspolitikerin Daniela Oeynhausen, die laut Stern mehr Beachtung für die Betroffenen fordert. Demgegenüber bekräftigten Vertreter von SPD und BSW ihre Unterstützung für die Betroffenen.
Wie die Märkische Allgemeine (MAZ) bereits im Februar 2025 berichtete, fordern CDU und AfD in Brandenburg eine Spezialambulanz für Menschen mit möglichen Corona-Impfschäden. Die Anträge der beiden Parteien unterscheiden sich jedoch in ihren Details. Während die CDU die Einrichtung einer spezialisierten Anlaufstelle und den Aufbau eines landesweiten Netzwerks fordert, geht die AfD weiter und verlangt unter anderem eine großzügigere Anerkennung von Impfschäden, eine landeseigene Studie zu möglichen Nebenwirkungen und die Entschuldigung der Landesregierung für den ihrer Ansicht nach ausgeübten Druck während der Impfkampagne.
Das Thema Impfschäden wird auch auf Bundesebene diskutiert. Wie die Ärzte Zeitung im März 2023 berichtete, waren beim Brandenburger Landesamt für Soziales und Versorgung (LASV) bis Februar 2023 215 Anträge auf Anerkennung von Impfschäden nach einer Corona-Impfung eingegangen. Sechs Anträgen wurde stattgegeben, 87 wurden abgelehnt. Die AfD-Landtagsabgeordnete Daniela Oeynhausen hält die Zahl der Impfschäden für zu hoch und fordert eine öffentliche Debatte über den Umgang damit.
Das Land Brandenburg informiert auf seinem Coronaportal weiterhin über die Corona-Schutzimpfung und deren Bedeutung für den Schutz vor schweren COVID-19-Erkrankungen. Die STIKO-Empfehlungen werden dort erläutert und auf die Möglichkeit hingewiesen, sich bei Hausärzten, Betriebsärzten und in Apotheken impfen zu lassen.
Verwendete Quellen:
https://www.zeit.de/news/2025-02/27/mehr-hilfe-bei-corona-impfschaeden
https://www.n-tv.de/regionales/berlin-und-brandenburg/Mehr-Hilfe-bei-Corona-Impfschaeden-article25595478.html
https://www.maz-online.de/brandenburg/moegliche-spaetfolgen-der-corona-impfung-brandenburgs-opposition-will-spezialambulanz-7JCUPDXIKVDPNGLPSGBA2DTQ44.html
https://www.aerztezeitung.de/Nachrichten/Brandenburg-Bislang-sechs-Antraegen-auf-Corona-Impfschaeden-zugestimmt-437735.html