28.2.2025
Atomkraft-Comeback in Italien? Melonis Energiepolitik im Fokus
Italien unter Meloni: Wiederkehr der Atomkraft?

Italien unter Meloni: Wiederkehr der Atomkraft?

Die italienische Regierung unter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni strebt die Rückkehr zur Kernenergie an. Wie die F.A.Z. berichtet, hat das Kabinett Ende Februar 2025 einem entsprechenden Gesetzesentwurf zugestimmt, der nun dem Parlament zur Abstimmung vorliegt. Dort verfügen die Regierungsparteien über eine komfortable Mehrheit und erhoffen sich eine Zustimmung innerhalb eines Jahres. Dieser Schritt ist bemerkenswert, da sich die italienische Bevölkerung in zwei Referenden, 1987 und 2011, deutlich gegen Atomkraft ausgesprochen und den letzten Reaktor bereits 1990 abgeschaltet hatte. Ob ein weiteres Referendum abgehalten wird, ist derzeit offen.

Umwelt- und Energiesicherheitsminister Gilberto Pichetto Fratin erklärte laut F.A.Z., Italien setze auf den Bau kleiner modularer Reaktoren (SMR). Staatlich beteiligte Unternehmen wie Ansaldo, bereits in der Nukleartechnik tätig, sollen gemeinsam mit dem Energiekonzern Enel und dem Rüstungs- und Elektronikunternehmen Leonardo an der Umsetzung arbeiten. Pichetto Fratin, so die F.A.Z. weiter, zitierte Analysten, die mit ersten einsatzbereiten SMR bereits 2030 rechnen. Neben dem Bau der Reaktoren will Italien auch eine Lösung für die bisher ungelöste Frage der Endlagerung von nuklearem Abfall finden. Ein konkreter Standort für ein Endlager steht aktuell noch nicht fest, während mehrere alte Reaktoren auf ihren Abbau warten. Zusätzlich sollen Investitionen in die nukleare Forschung und Ausbildung erhöht werden.

Wie aus einem Artikel des „Il Sole 24 Ore“ vom Januar 2023 hervorgeht, sieht Meloni Italien als zukünftigen Energie-Hub für Europa. Während ihres Besuchs in Algerien betonte sie die Bedeutung eines diversifizierten Energiemixes als Antwort auf die durch den Ukraine-Krieg ausgelöste Energiekrise. Algerien ist Italiens wichtigster Gaslieferant. Eni-Chef Claudio Descalzi merkte laut dem Artikel an, dass das volle Potenzial eines solchen Hubs erst durch die Beseitigung von Engpässen in der italienischen Infrastruktur, insbesondere zwischen Kampanien, Abruzzen und Molise, ausgeschöpft werden könne.

Ein weiterer Aspekt der italienischen Energiepolitik unter Meloni ist die Stärkung der Zusammenarbeit mit afrikanischen Ländern. Wie „Il Sole 24 Ore“ im Januar 2023 berichtete, unterstrich Meloni bei ihrem Besuch in Libyen die Bedeutung einer nicht-ausbeuterischen Kooperation, die den afrikanischen Nationen nachhaltiges Wachstum ermöglicht. Im Rahmen dieser Reise wurde laut dem Artikel ein bedeutendes Gasabkommen zwischen Eni und der libyschen staatlichen Ölgesellschaft NOC im Wert von acht Milliarden Dollar unterzeichnet. Dieses Abkommen soll die Gasproduktion in Libyen steigern und sowohl den libyschen Binnenmarkt als auch den Export nach Europa stärken.

Die Hinwendung Melonis zur Atomkraft steht im Kontrast zur ablehnenden Haltung der Bevölkerung, die sich in den vergangenen Referenden manifestiert hat. Es bleibt abzuwarten, wie sich die öffentliche Meinung angesichts der aktuellen Energiekrise und der strategischen Ziele der Regierung entwickeln wird. Die Frage der Endlagerung und die damit verbundenen Sicherheitsbedenken dürften weiterhin eine zentrale Rolle in der öffentlichen Debatte spielen.

Verwendete Quellen:

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/giorgia-meloni-will-zurueck-zur-atomkraft-110327541.html

https://www.ilsole24ore.com/art/meloni-ad-algeri-piano-far-diventare-l-italia-l-hub-energetico-dell-europa-AExCABZC

https://www.ilsole24ore.com/art/meloni-libia-tajani-e-piantedosi-centro-missione-nuovi-accordi-gas-con-l-eni-e-migranti-AEHymLcC

https://www.ft.com/content/a726934b-ba97-4e2c-b60d-e24a227a416f

Hinweis: Dieser Artikel wurde mithilfe von ki erstellt.
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