Landwirte in Deutschland fordern Schadenersatz in Millionenhöhe aufgrund von mutmaßlich illegalen Preisabsprachen bei Pflanzenschutzmitteln. Wie die F.A.Z. berichtet, hat der Rechtsdienstleister Unilegion eine Sammelklage vor dem Landgericht Dortmund eingereicht, in der über 200 Millionen Euro Schadenersatz gefordert werden. Das Bündnis umfasst laut Unilegion 3200 landwirtschaftliche Betriebe, die zusammen eine Fläche von rund 850.000 Hektar bewirtschaften und Pflanzenschutzmittel im Wert von über einer Milliarde Euro eingekauft haben. Unilegion schätzt den Schaden auf 10 bis 20 Prozent der Kaufpreise zuzüglich Zinsen. Der Fall trägt das Aktenzeichen 8 O 26/24.
Der Pestizid-Atlas 2022, herausgegeben von der Heinrich-Böll-Stiftung, dem BUND und PAN Germany, beleuchtet die umfassende Problematik des Pestizideinsatzes in der Landwirtschaft. Während der Atlas nicht direkt auf den vorliegenden Fall eingeht, unterstreicht er die Abhängigkeit der Landwirtschaft von Pflanzenschutzmitteln und die damit verbundenen ökologischen und gesundheitlichen Risiken.
Auch der Entwurf eines Berichts der Europaabgeordneten Sarah Wiener zur nachhaltigen Verwendung von Pflanzenschutzmitteln, für den PAN Germany Unterstützungsschreiben sammelt, thematisiert die Notwendigkeit einer Regulierung des Pestizidmarktes. Obwohl der Bericht nicht direkt mit der Kartellklage verbunden ist, zeigt er die politischen Bemühungen um eine nachhaltigere Landwirtschaft und einen reduzierten Pestizideinsatz.
Die Leitsätze für Kartoffelerzeugnisse des BMELV zeigen, wie stark Pflanzenschutzmittel im Anbau von Kartoffeln verwendet werden und wie wichtig die Einhaltung von Grenzwerten für Rückstände ist. Dies verdeutlicht die Relevanz der Preisgestaltung von Pestiziden für die landwirtschaftliche Produktion, insbesondere auch für den Kartoffelanbau.