Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat die Warnstreiks bei der Deutschen Post im Jahr 2025 ausgeweitet. Wie die Zeit, unter Berufung auf eine Meldung der dpa, berichtet, wurden neben den Beschäftigten in den Paketzentren auch Mitarbeiter der Brief-, Paket- und Verbundzustellung sowie in Service-Niederlassungen an ausgewählten Standorten bundesweit zum Warnstreik aufgerufen.
Verdi fordert im Tarifkonflikt sieben Prozent höhere Entgelte in einem zwölfmonatigen Tarifvertrag für rund 170.000 Mitarbeiter. Zusätzlich verlangt die Gewerkschaft drei zusätzliche Urlaubstage für alle Mitglieder und sogar vier für Verdi-Mitglieder, um der gestiegenen Arbeitsbelastung Rechnung zu tragen. Wie die Tagesschau berichtet, begründet Verdi die Forderung nach mehr Lohn mit der Inflation und der gestiegenen Arbeitsbelastung. Die Deutsche Post, Teil des Logistikkonzerns DHL, bietet hingegen in einem 27 Monate laufenden Vertrag eine Anhebung um zunächst 1,8 Prozent und später um weitere 2,0 Prozent sowie einen zusätzlichen Urlaubstag für Mitarbeiter mit weniger als 30 Urlaubstagen im Jahr. Die Post lehnt die Forderungen von Verdi als wirtschaftlich nicht tragfähig ab und verweist auf die schrumpfenden Briefmengen im Digitalzeitalter und den hohen Investitionsbedarf, so die Tagesschau.
Die Warnstreiks führten bereits zu Verzögerungen bei der Zustellung von Sendungen. Wie rbb24 berichtet, betrifft der Streikaufruf in Berlin etwa 800 Mitarbeiter der Brief- und Paketzustellung. In Brandenburg sind die Mitarbeiter indes nicht zum Streiken aufgerufen.
Die stellvertretende Verdi-Vorsitzende und Verhandlungsführerin Andrea Kocsis kritisierte das Angebot der Arbeitgeberseite in der dritten Verhandlungsrunde als völlig unzureichend. Wie die Zeit berichtet, führte sie aus: „Bei Annahme würde es spürbare Reallohn-Einbußen für die Beschäftigten bedeuten“. Kocsis fordert ein verbessertes Angebot in der vierten Verhandlungsrunde.
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