Der ökologische Gemüseanbau in Deutschland verzeichnet ein stetiges Wachstum, steht aber auch vor diversen Herausforderungen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, wurden im Jahr 2024 in Deutschland 19.350 Hektar für den Anbau von Bio-Gemüse genutzt. Dies entspricht einem Anstieg von fünf Prozent gegenüber 2023 (Zeit Online, Meldung der dpa). Die Erntemenge stieg im gleichen Zeitraum um 10,4 Prozent auf 529.800 Tonnen.
Rote Bete, Kürbisse, Zucchini, Erbsen und Karotten dominieren den Bio-Anbau. Laut Statistischem Bundesamt werden inzwischen 15,3 Prozent der gesamten Gemüseanbaufläche in Deutschland ökologisch bewirtschaftet. Der Anteil von Bio-Gemüse an der gesamten Erntemenge liegt bei 12,7 Prozent (Zeit Online, Meldung der dpa).
Wie Ökolandbau.de berichtet, konzentriert sich der Absatz von Bio-Gemüse zunehmend auf die Discounter. Diese bieten zwar nur ein begrenztes Sortiment an, jedoch gehören dazu die wichtigsten Gemüsesorten wie Möhren, Zwiebeln, Tomaten, Paprika und Salatgurken. Die Nachfrage nach diesen Produkten ist ganzjährig hoch. Die Spezialisierung auf diese wenigen Sorten führt jedoch zu einer Verdrängung anderer Bio-Gemüsearten, die vor allem im Fachhandel, auf Wochenmärkten oder direkt bei den Erzeugern zu finden sind.
Der ökologische Gemüsebau stellt besondere Anforderungen an die Betriebe. Wie Ökolandbau.de erläutert, sind im ökologischen Gemüsebau chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel verboten. Stattdessen setzen die Betriebe auf vorbeugende Maßnahmen wie die Verwendung von gesundem Saatgut, eine konsequente Hygiene und eine ausgewogene Nährstoffversorgung der Pflanzen. Auch biologische Pflanzenschutzmittel und biotechnische Verfahren kommen zum Einsatz. Besonders die Unkrautregulierung ist im Öko-Gemüsebau eine Herausforderung, da der Verzicht auf Herbizide einen höheren Arbeitsaufwand bedeutet.
Die Website des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) informiert über die Gesamtanbaufläche von Gemüse in Deutschland. Im Jahr 2023 betrug diese 121.537 Hektar im Freiland und 1.275 Hektar unter hohen begehbaren Schutzabdeckungen. Die größten Anbauflächen im Freiland entfielen auf Spargel, Speisezwiebeln sowie Möhren und Karotten. Im Unterglasanbau dominierten Tomaten und Salatgurken.
Ungünstige Witterungsbedingungen in den Jahren 2023 und 2024 haben den Bio-Gemüsemarkt unter Druck gesetzt, wie Ökolandbau.de berichtet. Sowohl im Freiland als auch im Unterglasanbau kam es zu Ernteausfällen. Besonders betroffen waren Bio-Zwiebeln, die durch die feuchte Witterung in ihrer Qualität beeinträchtigt wurden. Die unsichere Versorgungssituation führte zu Preissteigerungen.