27.2.2025
Brandenburgs Wälder erwachen: Zitterpappel erobert Brandflächen
Zitterpappel statt Kiefer: Brandenburgs Wälder nach dem Feuer

Zitterpappel statt Kiefer: Brandenburgs Wälder nach dem Feuer

Brandenburg, ein Bundesland geprägt von sandigen Böden und ausgedehnten Kiefernwäldern, ist besonders anfällig für Waldbrände. Wie die Zeit unter Berufung auf eine dpa-Meldung berichtet, haben Forscher nach jahrelangen Untersuchungen die Auswirkungen von Bränden auf die brandenburgische Natur analysiert und erstaunliche Ergebnisse präsentiert. Demnach erholen sich die betroffenen Flächen oft von selbst, wobei Laubbäume, insbesondere die Zitterpappel, eine entscheidende Rolle spielen.

Wie die Süddeutsche Zeitung ebenfalls in Bezug auf die dpa-Meldung schreibt, zeigten Untersuchungen in Treuenbrietzen, wo 2018 ein verheerender Waldbrand wütete, dass die Zitterpappeln bereits wenige Jahre später eine Höhe von rund fünf Metern erreicht hatten. Professor Pierre Ibisch, Experte für Sozialökologie der Waldökosysteme an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, bezeichnete diese Laubbäume als "Überlebenskünstler", da sie sich durch natürlichen Samenflug ausbreiten und widerstandsfähiger gegen Feuer sind als Kiefern. Neben den Pappeln wurden in den Untersuchungsgebieten auch seltene Pilze und Käferarten, wie der Haarscheinrüssler, entdeckt.

Ibisch leitete das fünfjährige Forschungsprojekt "Pyrophob", in dem Wissenschaftler acht verschiedener Institutionen die Auswirkungen von Waldbränden auf Kiefernforste untersuchten. Wie Waldwissen.net berichtet, wurden dafür Brandflächen in Treuenbrietzen (2018) und im Wildnisgebiet Jüterbog (2019) analysiert und verschiedene forstwirtschaftliche Behandlungsstrategien nach Bränden verglichen, darunter Kahlschlag, Bodenbearbeitung und die Pflanzung von Kiefern oder Eichen. Dabei stellte sich heraus, dass die Bearbeitung der Böden nach Bränden, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) in ihrer dpa-Meldung ebenfalls festhält, oftmals kontraproduktiv ist und zu einer Verschlechterung der Bodenstruktur führt. Gepflanzte Kiefernsetzlinge hatten auf solchen Flächen kaum eine Chance.

Die Forscher plädieren daher dafür, Totholz nach Waldbränden auf den Flächen zu belassen und auf intensive forstliche Eingriffe zu verzichten, um die natürliche Regeneration der Ökosysteme zu fördern. Die taz beleuchtet in einem Artikel aus dem Jahr 2022 die natürliche Rückkehr der Vegetation nach Waldbränden in Brandenburg und hebt die Rolle von Pionierbaumarten wie Zitterpappel und Birke hervor. Diese schnellwachsenden Bäume tragen maßgeblich zur Wiederbewaldung bei. Allerdings, so Ibisch laut Zeit, sei das starke Wachstum der Zitterpappel nicht überall gern gesehen und manche Förster hätten die Pappeln im Untersuchungsgebiet wieder abgeholzt.

Während sich die Fläche in Treuenbrietzen vergleichsweise gut erholte, verlief die Regeneration in Jüterbog langsamer. Wie die Zeit berichtet, führte Ibisch dies auf die wärmeren Sommer und die sandigeren Böden in Jüterbog zurück. Er warnte, dass die Ökosystemerholung nach Waldbränden mit fortschreitendem Klimawandel "weniger zuverlässig" werden könnte. Die offizielle Waldbrandsaison beginnt am 1. März, dann werden auch wieder die Waldbrandgefahrenstufen berechnet.

Verwendete Quellen:

https://www.zeit.de/news/2025-02/27/forscher-zitterpappel-statt-kiefer-nach-waldbraenden-gefragt

https://www.sueddeutsche.de/panorama/waldbrand-flaechen-untersucht-forscher-zitterpappel-statt-kiefer-nach-waldbraenden-gefragt-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-250227-930-388456

https://www.faz.net/agenturmeldungen/dpa/forscher-zitterpappel-statt-kiefer-nach-waldbraenden-gefragt-110323876.html

https://taz.de/Vegetation-nach-Waldbraenden/!5885111/

https://www.waldwissen.net/de/waldwirtschaft/schadensmanagement/waelder-aus-der-asche

Hinweis: Dieser Artikel wurde mithilfe von ki erstellt.
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