Bundesweite Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi haben den Betrieb der Deutschen Post im Jahr 2025 erheblich beeinträchtigt. Wie die Zeit, unter Berufung auf eine Meldung der DPA, berichtete, blieben infolge der Streiks im Februar etwa ein Viertel aller Pakete und jeder zehnte Brief liegen. Eine Sprecherin der Deutschen Post bestätigte die Zahlen und versicherte, die Rückstände würden „zeitnah“ abgearbeitet. Der Streik betraf die Nachtschicht in den Paket- und Briefzentren und dauerte bis Mittwochmorgen. Dem Aufruf von Verdi folgten nach Angaben des Unternehmens rund 3300 Beschäftigte.
Hintergrund der Streiks sind die Tarifverhandlungen zwischen Verdi und der Deutschen Post. Verdi fordert sieben Prozent höhere Entgelte in einem zwölfmonatigen Tarifvertrag für rund 170.000 Mitarbeiter, darunter Briefträger, Paketboten und andere Logistikkräfte. Die Post hingegen bietet eine Erhöhung um zunächst 1,8 Prozent und später um weitere 2,0 Prozent in einem 27 Monate laufenden Vertrag an. Zusätzlich fordert Verdi drei zusätzliche Urlaubstage für alle Mitglieder und sogar vier für Verdi-Mitglieder, um der gestiegenen Arbeitsbelastung Rechnung zu tragen. Die Post bietet lediglich einen zusätzlichen Urlaubstag für Mitarbeiter mit weniger als 30 Urlaubstagen im Jahr an, was etwa zwei Drittel der Belegschaft betrifft.
Die Verhandlungen gestalten sich schwierig. Wie auf der Verdi-Website berichtet wird, blieben die ersten drei Verhandlungsrunden ergebnislos. Eine vierte Runde war für Montag geplant. Die Post kritisierte die Streiks als „unnötig“ und betonte, am Verhandlungstisch eine Einigung erzielen zu wollen. Verdi hingegen bewertet das Angebot der Post als „völlig unzureichend“ und verweist auf die gestiegenen Lebenshaltungskosten der Beschäftigten. Die Post argumentiert, angesichts sinkender Briefmengen und hohem Investitionsbedarf nur geringen Spielraum für Lohnerhöhungen zu haben.
Bereits in den Wochen vor dem großangelegten Warnstreik hatte Verdi immer wieder zu kleineren Streiks in verschiedenen Bereichen der Post aufgerufen, was bereits zu regionalen Verzögerungen bei der Zustellung geführt hatte. Der aktuelle Streik markiert jedoch eine deutliche Eskalation im Tarifkonflikt. Wie auf der Website der Postdienste, Speditionen und Logistik von Verdi zu lesen ist, spielt auch die Debatte um das neue Postgesetz eine Rolle im Kontext der Tarifverhandlungen. Die 20-Kilo-Grenze, die im neuen Postgesetz geregelt wird, ist für Verdi ein wichtiger Punkt, um die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten zu schützen.
Quellen:
https://www.zeit.de/news/2025-02/26/verdi-warnstreik-jedes-vierte-paket-bleibt-vorerst-liegen
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/verdi-ruft-post-beschaeftigte-zum-streik-auf-101.html
https://www.verdi.de/presse/pressemitteilungen/++co++3272f710-c01c-11ed-a2f8-001a4a160129
https://psl.verdi.de/